Biergeschichte(n) - am 4. November 2011 im Gasthof Rehaber
„Hopfen und Bier im Amberg-Sulzbacher Land”

Kreisheimatpfleger Dörner
Kreisheimatpfleger Dieter Dörner erzählt über Bier- und Hopfentraditionen
im Amberg-Sulzbacher Land.

Was viele überraschte: Im Mittelalter wurde nicht in Bayern sondern in Norddeutschland Hopfen kultiviert. Bayern war Weinland! Bier wurde zwar gebraut, doch waren häufig Tollkirsche, Wermut oder Bilsenkraut Hopfenersatz, zumindest bis zum Reinheitsgebot 1516.

Die Änderung der klimatischen Verhältnisse und die Auflösung der Hanse führten im 16. Jahrhundert zum dortigen Niedergang des Hopfenanabaus. Trotz Drängen der Herzöge und Kurfürsten ließen sich bayerische Bauern nicht dazu bewegen, Hopfen zu pflanzen. Einige brauberechtigte Bürger oder Pfarrer und Lehrer, die einen Zuverdienst suchten, kultivierten diesen in ihren Gärten. Das Gros des Hopfens kam zum Leidwesen der Regierenden devisenverschlingend aus Böhmen.

Die Veränderung kam an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Franken wurde zusammen mit der Oberpfalz und hier vor allem mit dem Amberg-Sulzbacher Land führendes Hopfenanbaugebiet in Deutschland. Zahlreiche Katasterpläne, Ansichtskarten, Flur- und Straßenbezeichnungen belegen dies auch heute noch. In Amberg entstand, noch vor Nürnberg, der zweite Hopfenmarkt Bayerns.

Doch die Freude währte nur 100 Jahre. Mit der Wende zum 20. Jahrhundert kam aus vielerlei Gründen der Niedergang - die Hallertau stieg zum größten Hopfenanbaugebiet der Welt auf.